Ein Lebenszeichen

Hier gab’s lange nix mehr zu lesen und gucken, ich weis. Da sich mein Abflugdatum auch immer weiter naehert, soll’s heut nochmal ein paar Eindruecke geben:

Tempel im Monkeyforest bei Ubud - den Sarong muss man tragen um reinzuduerfen.

 

P-WEC liegt mittlerweile seit einer Woche hinter mir und ich mach seitdem Bali unsicher. Die ersten paar Tage hab ich in Ubud verbracht, der zweiten Tourihochburg Balis. Im Gegensatz zu Sudbali liegt der Fokus aber mehr auf der balinesischen Kultur in ihren manigfaltigen Auspraegungen und weniger in der Druckbetankung mittels alkoholhaltiger Getraenke. Sobald man die Gegend um den Tourimarkt verlaesst, kann man auch prima zwischen den Reisfeldern wandern und die Aussicht auf die umliegenden Berge und Tempel geniessen.

Mangosaft und Reisterassen bei Ubud

 

Danach ging’s dann fuer mich weiter auf die Nusa Lembongan, eine kleine Insel neben oestlich von Bali. Eigentlich wollte ich dort den Rest meiner Zeit mit Tauchen verbringen, allerdings hat mir eine Mittelohrentzuendung da einen STrich durch die Rechnung gemacht. Nichts desto trotz hatte ich vorher vier wunderbare Tauchgaenge zwischen traumhaften KorallenriffeBei einem davon waren wir in einer kleinen Bucht, in der es sprichwortlich vor Mantarochen gewimmelt hat. Auf kleiner Flaeche haben sich sicherlich 15-20 dieser Tiere getummelt. Hoch beeindruckend! Mir waere fast der Regulator aus dem Mund gefall vor lauter Staunen.

Wohl eines der besten Fotos dieser Reise: Gewitter ueber Nusa Lembongan.

 

Die Insel selbst ist auch traumhaft und wahrscheinlich das, was sich viele Leute unter Bali vorstellen, in dem ganzen Touristengewimmel aber nicht finden.

Vor solchen kleinen Buchten wimmelt es auf der Nusa Lembongan.

 

Mittlerweile bin ich wieder auf Bali und werd jetzt mal schauen, was ich die verbleibenden Tage noch so treiben werde. Vielleicht wandern in den Bergen oder nochmal nach Ubud und in bischen mehr in die kulturellen Seiten Balis eintauchen. Bis die Tage dann!

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Wandern am touristenverseuchten Vulkan

So, man mag es kaum glauben, aber das erste Schild steht tatsaechlich. Wir haben es vor drei Tagen eingegraben und warten nun darauf, dass der Zement trocknet. War eine ziemlich lustige Aktion, da der Dorfchef selbst mit angepackt hat und natuerlich wieder 5 Leute mit dabei waren, deren Job es war, dabeizustehen und gute Ratschlaege zu geben … also genau der richtige Job fuer mich. 🙂

Schilder schleppen mit Aan (ja, man spricht beide A's und der heisst wirklich so)

Scherz beiseite, da wir so viele waren hat’s dann auch nicht lange gedauert und nach einer Stunde stand das Ding. Jetzt wird die Zukunft zeigen, ob sich die Jaeger davon beeindrucken lassen. Ausserdem wollen die anderen zwei Schilder ja auch noch aufgestellt werden.

Betonfuss bauen mit dem Dorfchef

Die letzten zwei Tage haben wir dann mit einem Ausflug mit Janet und Ari verbracht, zwei Voluntaeren, die den letzten Monat ueber in P-WEC waren und nun wieder abreisen. Hannah, eine Freundin von Risha aus HH, war auch dabei. Ziel war der Gunung Bromo, ein Vulkan auf Ostjava. Die fahrt dorthin war erstmal ziemlich nervig, da wir fast 8 Stunden unterwegs waren, dabei mehrmals das Transportmittel gewechselt haben und erst nach Einbruch der Dunkelheit ankamen.

Janet und Ari. Auch wenn die Gesichter es vermuten lassen: Ari hat nicht gepupst. Es stank einfach grad nur im Bus.

Dafuer haben wir dann vor Ort ein nettes „Homestay“ gefunden (quasi eine Pension), wo es wesentlich billiger (und sauberer) als im Hotel nebenan war. Nach einer recht kurzen Nacht ging’s dann um 4 Uhr morgens mit dem Jeep zum Ausguck und das war dann erstmal gar nicht mal so gut. Im Tal lag naemlich der Nebel in dicken Schwaden, so dass man vom Bromo nur die Rauchwolke sehen konnte (es ist ein aktiver Vulkan). Auf dem Weg runter hatten wir dann aber ploetzlich eine super Sicht:

Gunung Bromo (links mit der Rauchsaelue) und Gunung Batok (rechts daneben). Im Hintergrund sieht man noch Gunung Semeru (auch mit Rauchsaeule).

Also ging’s als naechstes an den Aufstieg zum Bromo. Zusammen mit einem ganzen Haufen Touristen (der Bromo ist eines der Haupttouristenziele auf Java) liefen wir erstmal zum Fuss des Vulkans, um dann 254 Stufen zur Spitze raufzuklettern. Ari und ich waren durch das viele Rumsitzen der letzten Wochen ein wenig unausgelastet und sind die Stufen daher hochgejoggt. Dafuer ging mir dann oben aber auch erstmal ordentlich die Pumpe bevor ich die fantastische Aussicht und den Blick in den Krater geniessen konnte.

Blick in den Bromokrater von der touristenfreien Rueckseite. Im Hintergrund sieht man Gunung Batok.

Da wir aber immer noch reichlich Energie hatten ging’s dann weiter um den Kraterrand herum und bis zum Gipfel. Die Maedels waren allerdings nicht so motiviert wie wir und blieben daher zurueck. Mit ihnen auch die ganzen Touristen, was sehr angenehm war. Dafuer haben sie dann auch leider das kleine abgeschlossene Tal hinter dem Bromo verpasst. Das war wirklich phaenomenal und hat mir mal wieder eindrucksvoll klargemacht, was am Reisen so toll ist. Es herrschte eine malerische Stille – nur unterbrochen von den Gesaengen einiger Voegel – und man kam sich fast vor wie in einem von der Zeit vergessenen Tal. Es fehlten bloss noch die Dinosaurier. Am Anfang des Tals hatten sich die wenigen Menschen, die bis hierher vorgedrungen waren mit Buchstaben aus Vulkangestein verewigt, was ich dann auch gleich mal tat:

Wer's nicht lesen kann: Ein Klick auf's Bild sorgt fuer hoehere Aufloesung.

Danach ging’s wieder rauf auf den Bromo und weiter auf dem Kraterrand bis zum Gipfel. Dort konnten wir uns dann erstmal ueber unseren ersten bezwungenen Berg in Indonesien freuen. Auch wenn er mit 2329 Metern eher ein Winzling ist. Da wir dann im Hintergrund erkennen konnten, wie die ersten Regenwolken ins Tal schwappten musste es dann ploetzlich etwas schneller gehen und wir kehrten zur Treppe zurueck, wo Janet schon auf uns wartete. Danach noch 7 Stunden Rueckfahrt und Malang konnte sich wieder ueber unsere Gegenwart freuen.

An der Gipfelsaeule. Kreuze sind hier offensichtlich nicht so beliebt... 😉

Die naechsten Tage werd ich warscheinlich nochmal an einen anderen Ort zum Trekken fahren. Aber erstmal das Wetter abwarten, grad regnet es naemlich recht viel. Bis bald also.

P.S.: Kaum zu glauben, in einem Monat bin ich schon wieder in der Kaelte Deutschlands…

P.P.S.: Wer nicht zum Castortransport ins Wendland faehrt ist DOOF!

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George Lucas‘ Tausendfuessler, „Einmarsch“ im Klettergarten und eine verfruehte Abreise

Sodele, mittlerweile seh ich so einiges klarer. Ganz konkret: Under Projekt ist ziemlicher Mist und nicht wert, volle drei Monate zu bleiben. Damit mein ich weniger, dass es inhaltlich scheisse waere, sondern vielmehr, dass das Projektmanagement eine absolute Katastrophe ist. Seit wir hier sind, haben wir locker 75% der Zeit nichts gemacht, sind aber dennoch mit dem Projekt schon so gut wie fertig (obwohl es fuer drei Monate konzipiert war!). Dementsprechend haben wir jetzt die Notbremse gezogen und unsere Fluege umgebucht. Ich werd jetzt schon am 1.12. zurueck fliegen und noch gut zwei Wochen in P-WEC arbeiten. Vorher werd ich aber erstmal eine Woche Urlaub machen … und am Ende auch, hehe!

"Schaffe, Schaffe, Schildle baue..."

 

Aber wir haben auch durchaus einige sinnvolle Dinge gemacht. Zum Beispiel haben wir drei ziemlich grosse Schilder gebaut, die auf das Jagdverbot aufmerksam machen sollen. Das war dann endlich mal was Handfestes und hat auch gut Laune gemacht. Nach 1,5 Tagen waren wir dann aber damit auch fertig und beim Bemalen der Schilder sollten wir dann wieder nur zugucken…

Lieder singen und Krach machen! Schon schoen...

 

Wir sind dann auch weiterhin in den Schulen und auf den religioesen Treffen hier in der Gegend anwesend und informieren dort. Diese Woche waren wir 4 Tage lang in Grundschulen und haben in den Klassen 4-6 unterrichtet. Ziemlich anstrengend, da der Lautstaerkepegel dann doch ganz ordentlich ist. Ich kann nur immer wieder sagen, dass ich Lehrer bewundere. Fuer mich waer das ja nix. Die Kinder sind mir ja schon nach 2 Tagen auf den Keks gegenagen. Bei Risha war’s dann auch nicht besser.

Garmisch-Partenmalang ... oder so aehnlich

 

Ansonsten verbring ich meine Zeit mit Wandern hier in der Gegend. Ist halt schon echt schoen hier. Auch wenn man sich manchmal aufgrund der Hoehenlage und der entsprechenden Vegetation so vorkommt als ware man eher in Bayern als in Indonesien.

Allabendliches Mosquito-Massaker

 

Was die Kriechtiere angeht gibt’s auch immer wieder neues zu entdecken. Auch wenn ich meine Freunde die Tokehs natuerlich weiterhin am liebsten hab. Gestern hab ich zum Beispiel diesen Tausendfuessler entdeckt, der mit seinen zackigen Gliedern aussah, als waere er gradewegs dem (beschissenen) letzten Star-Wars-Film entsprungen:

Mutter Naturs Einfallsreichtum ist immer wieder beeindruckend.

 

Unter dem Punkt Kuriositateten ist dann wohl auch das Modell des Klettergartens unserer Einrichtung zu nennen, welches sich in einem der Gebaeude befindet. Um die Funktionen des selbigen zu erlaeutern hat der Architekt naemlich zu kleinen Plastiksoldaten gegriffen, welche zufaellig Wehrmachtssoldaten darstellen. Eine gewisse unfreiwillige Komik ergibt sich da schon, wenn die Wehrmacht in den Klettergarten „einmarschiert“, aber seht selbst:

"Komisch ... ganz schoen luftig dieses Stalingrad. Sicher, dass wir hier richtig sind?"

 

Soweit erstmal. Wir werden ab Sonntag erstmal ein paar Tage Urlaub machen und zuerst zum Bromo-Vulkan fahren, der wohl ziemlich spektakulaer sein soll. Keine Angst, der hat nix mit dem Gunung Merapi zu tun, der die letzten Tage ueber ausgebrochen ist und ist auch weit von diesem entfernt. Beim naechsten Mal gibt’s dann Fotos!

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Fotos und Storys aus Java

Mitllerweile haben wir mit unseren Informationsveranstaltungen angefangen und die ersten Vortraege in Schulen und bei Treffen der Dorfgemeinschaft gehalten. Das groesste davon, das „Tahlil Akbar“ war vor zwei Wochen und die Augen waren erstmal alle auf uns gerichtet:

 

Tahlil Akbar

 

Ebenfalls letzte Woche haben wir uns dann mal den Vogelmarkt hier in Malang angschaut, was dann kein schoenes Erlebnis werden sollte. Tierschutzrechte gibt es hier nicht und so konnte einem dann ob der Art und Weise, wie die Tiere teilweise in die Kaefige gepfercht waren wirklich schlecht werden:

 

Kein Kommentar

 

Letzte Woche haben wir dann mit Aan, einem Kollegen und seiner Frau einen Ausflug in die naehere Umgebung gemacht. Wirklich schoen die Gegend hier und es gab sogar noch ein wenig uebriggebliebenen Regenwald zu bestaunen. Leider ohne Affen.

 

Roadtrippin'...

 

Die Affen haben wir dann aber dafuer beim Betriebsausflug diese Woche gesehen! Java-languren waren es, um korrekt zu sein. Mit dem Fernglas konnten wir sie  wunderbar beobachten und sie schienen sich an uns nicht wirklich zu stoeren.

 

Java-Languren

 

Allgemein ist die Situation hier grade eher durchwachsen und unser Projekt steckt in einer ziemlichen Krise. Mal schauen wie’s weitergeht. Naechste Woche weis ich dann wohl mehr. Bis dann also!

 

Regenwald!

 

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Geckos in the house, clash of (working-)cultures und der taegliche Wahnsinn

Nachdem ich euch ja im letzten Artikel von den Tokehs und ihren netten Gesaengen erzaehlt habe, kam ich am selben Abend nach Hause und schloss erstmal die Tuer von meinem Zimmer. Nach Betaetigen des Lichtschalters sauste ploetzlich ein Tokeh an mir vorbei, der sich durch ein kleines Loch im Fliegengitter hereingeschlichen hatte! Er war sichtlich irritert von mir (beruhte im ersten Moment auf Gegenseitigkeit) und kletterte aufgeregt von einer Ecke des Zimmers zur anderen. Hurtig wurde die Kamera hervorgekramt und schnell ein Foto geschossen, bevor ich dem (mit locker 30cm Laenge gar nicht mal so) kleinen Kerl die Tuer oeffnete, was er auch sofort dankend annahm.

"Ka-Cke! Ich hab mich verlaufen!"

Mittlerweile sind die ersten 10 Tage unseres Projektes rum und wir haben uns eingewoehnt. Die erste Woche war ziemlich scheisse, da sich irgendwie niemand fuer uns zustaendig fuehlte, und wir an 4 der ersten 7 Tage kompletten Leerlauf hatten. Das waere ja prinzipiell auch okay gewesen, da es die erste Woche nach Ramadhan war und die Leute grade aus dem Urlaub wiederkamen – wenn man uns das wenigstens kommuniziert haette! So haben wir oft erst auf Nachfrage erfahren, dass „heute nix geplant“ sei. Ziemlich nervig. Als ich dann mal Kritik uebte, wurde einfach nicht reagiert und beschaemt in eine andere Richtung geschaut. So was hasse ich ja: es gibt nix nervigeres als Menschen, die auf ehrliche Aeusserungen jeglicher Art nicht, nicht reagieren nur weil das unangenehm sein koennte. Waehrend man sowas in Deutschland noch unter mangelhaften sozialen Grundkompetenzen verbuchen kann, scheint das hier zum guten Ton zu gehoeren. Schaetze diese Erfahrung faellt dann wohl unter „interkulturelles Lernen“…

Samstag kam dann quasi die stellvertretende Chefin (oder so aehnlich) vorbei und wir haben ihr erstmal ziemlich deutlich gesagt, dass das so nicht klar geht. Sie war selbst ziemlich erstaunt und meinte auch, dass das eigentlich so nicht gedacht gewesen sei. Und am Sonntag hatten wir dann ploetzlich ein 4-stuendiges Planungsmeeting und haben sogar einen Wochenplan und To-Do-Listen gemacht. Da gab’s wohl fuer einige Leute einen ziemlichen Einlauf… 🙂

Der taegliche indonesische Wahnsinn ... und Risha (rechts)

Seitdem haben wir richtig gut was geschafft und unsere Motivation ist wieder auf 100%. Am Sonntag waren wir mit dem Lesemobil in einer Schule und ich wurd in’s Affenkostuem gesteckt und durfte erstmal Kinder jagen und bespassen. Sehr schoen!

Zum Affen gemacht

Morgen fangen wir dann mit einer Umfrage an, die wir die letzten Tage ueber erstellt haben, um rauszufinden, was die Leute hier ueberhaupt ueber das Jagdverbot fuer Wildtiere wissen. Bin schon sehr auf die Auswertung gespannt. Das Problem scheinen auch weniger die Leute in den Doerfern zu sein, als vielmehr die Leute aus der Stadt, die am Wochenende hochkommen und zum Spass jagen gehen. Mal schauen, was wir dagegen machen koennen. Zivilcourage foerdern waere naheliegend, duerfte aber in einem Land, in dem es zum guten Ton gehoert, den anderen machen zu lassen und nicht zu kritisieren, eine Herausforderung werden. Aber wir sind ja schliesslich nicht zum Spass hier. 😉

Gelbflossenthunfisch auf dem Fischmarkt von Surabaya. Oekologisch gesehen so gar nicht vertretbar ... zumal das noch ein Babythun ist.

Heut ist nun unser freier Tag und wir sind runter nach Malang gefahren. Mal wieder ein bissel unter die Leute mischen. Und Bier kaufen, es gibt naemlich doch welches. Allerdings ziemlich teuer, so dass das wohl doch eher etwas fuer besondere Anlaesse wird. Und eben waren wir dann noch bei „Dr.Fisch“: Das war ein Becken im Supermarkt, in das man seine Fuesse reinhalten kann. Dort kommen dann haufenweise kleine Fische an und fangen an, die ganzen toten Hautschuppen abzuknabbern. Es kitzelt unglaublich, aber meine Fuesse sind jetzt schoen weich. 😉

Tobi und Risha in der Sprechstunde von Dr.Fisch

So, ich werd euch dann wahrschienlich in einer Woche wieder berichten, was es so neues gibt. Bis denne!

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Gut angekommen, es ist super und jetzt wird losgelegt!

Gestern sind wir nach einer 11-stuendigen Busfahrt in Malang angekommen. Sollte eigentlich nur 10 Stunden dauern, aber die Abfahrt aus Denpasar hat sich um eine Stunde verzoegert, da auf der Strasse vor uns eine religioese Zeremonie stattfand. Das hat dann eben knallhart Vorrang.

Morgens am Busbahnhof von Malang

Malang selbst ist zumindest vom ersten Eindruck her sehr schoen. Angenehmes Klima, kaum Muell und nette Menschen. Bis zum P-WEC (unserer Arbeitsstaette) waren es dann nochmal gut 1,5 Stunden mit mehreren Minibusen und zum Schluss per Moped-Taxi. Dort angekommen haben wir erstmal nicht schlecht gestaunt. Scheinbar haben wir wirklich das Luxusprojekt bekommen. Die Organisation hat dort ein dickes Zentrum hingebaut mitsamt Kletterwand, Hochseilgarten und grosser Messe. Daneben gibt es mehrere Gehege, in denen Affen aus Gefangenschaft wieder an das Leben in freier Wildbahn gewoehnt werden sollen. Also nicht nur Erlebnispaedagogik (zum Glueck). Die sanitaeren Einrichtungen sind spartanisch (Kackloch und geduscht wird mit einem kleinen Schoepfeimer) aber das ist einfach indonesischer Standard. War auf Bali genauso. Und es macht eigentlich sogar Spass, sich mit einem kleinen Eimer zu duschen. Und es spart Wasser!

Unser (Wohn-)Block

Nach dem Essen (alles vegetarisch und bio, sogar der Kaffee wird selbst angebaut!) ging’s auf Entdeckungstour im Zentrum und im nahegelegenen Dorf. Das Zentrum selbst ist wie gesagt schon ziemlich beeindruckend. Neben den Einrichtungen gabe es auch eine Einfuehrung in die einzelnen Arten von bedrohten Tieren in Indonesien. Schoen war dabei die Geschichte, dass Nasenaffen hier zu „Ehren“ der ehemaligen Kolonialherren „Dutch Monkeys“ (hollaendische Affen) genannt werden. Im Dorf wurden wir dann recht schnell von einigen neugierigen Bewohnern eingeladen (wir sind hier echt die bunten Hunde) und haben den Rest des Nachmittags mit Quatschen und Lachen verbracht. Letzteres funktioniert ja dann trotz haeufiger Sprachbarriere – viele Leute sprechen nicht mal Indonesisch, sondern nur Javanisch – recht gut.

Nahegelegenes Dorf - auf dem Berg im Hintergrund seht ihr einen Teil von unserem Zentrum

Gegen Abend kamen dann die ganzen Geckos aus ihren Verstecken und bevoelkerten ploetzlich die Gegend um unser Quartier. Ich fand Geckos ja schon immer spitze und so war allein schon die reine Menge – ganz abgesehen von den verschiedenen Sorten – grossartig. Nachts konnten wir dann zu den Gesaengen der Tokehs einschlafen – eine nette Abwechslung zu den Muezzinen. Dazu gesellten sich dann noch Froesche und Falter in einiger Vielfalt.

Gecko guckt aus dem Fenster

Die naechsten par Tage werden wir jetzt damit verbringen, uns in den einzelnen Doerfern vorzustellen und uns auch fachlich einzuarbeiten. Seid nicht boese, wenn ich nicht schnell auf E-Mails antworte, da ich wahrscheinlich nur einmal pro Woche runter nach Malang kommen und Zugang zum Internet haben werde. Bis zum naechsten Mal also!

Unsere Kollegen Suwarno (links) und Subarno (rechts) - letzterer gruesst jetzt immer mit "Moin Moin" nachdem wir ihm davon erzaehlt haben. 🙂

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Bali – Touristen, Opferschalen und viel Sonne

So, nachdem ich dann am Sonntag in Frankfurt losgeflogen bin, war ich eigentlich auf eine Zwischenlandung eingestellt, naemlich in Doha (Emirat Quatar) zum Umsteigen. Umsteigen musste ich auch nur in DOha, allerdings hatten wir vorher noch eine (planmaessige) Zwischenlandung in Riadh (Saudi Arabien). Also Flugzeug runter, 30 Minuten warten, Flugzeug wieder rauf. Von Doha ging’s dann nach kurzem Aufenthalt – bei dem man sich als Nicht-Moslem schon als ziemlicher Exot fuehlt – weiter nach Bali. Allerdings mal wieder nicht ohne planmaessigen Zwischenstop in Singapur. Also wieder Flugzeug runter, diesmal sogar aussteigen, (eher fluechtig) durchleuchtet werden und dann wieder rein. Keine Ahnung, was das mit dem Durchleuchten sollte. Hatten wohl Angst, dass das in Doha nicht gecheit gemacht wurde…

Strasse auf Bali

Strasse auf Bali

Naja, letzteendlich bin ich dann doch gegen Montagabend auf Bali gelandet, hab mir ein Hotel gesucht, ein Bier geholt und dann erstmal 14 Stunden gepennt. Jetlag. Am naechsten Tag war ich dann ziemlich im Eimer und bin hauptsaechlich durch Kuta und Legian spaziert, die beiden Touristenzentren auf Bali. Dort sind auch 2002 die Bomben hochgegangen. Kann man sogar verstehen, wenn man die Mengen an besoffenen, arroganten Touristen und ein McDonald’s mit einer Statue eines surfenden Ronald McDonald sieht. Die Statue haette es zumindest verdient. Nichts desto trotz gab’s aber auch viel interessantes zu sehen. Bali ist ueberwiegend hinduistisch, aber auch sehr stark animistisch gepraegt, so dass man an jeder Ecke kleine und grosse Schreine sieht, an denen die Menschen kleine Opferschaelchsen mit Blumen, Raeucherstaebchen oder Zigaretten niederlegen. Die Schaelchen auf Erhebungen sind fuer die guten Geister, die Schaelchen am Boden fuer die boesen Geister.

Grosser Schrein

Mittwoch war ich dann an der Nusa Lembongan, einer Insel neben Bali, zum Tauchen. Das war schon atemberaubend. Waehrend Kolumbien wie „Findet Nemo“ nur ohne Clownsfische war, war das hier „Findet Nemo“ inklusive Clownsfische. Allerin die schiere Anzahl an Fischen und Korallen war atemberaubend. Der zweite Tauchgang war dann ein Stroemungstauchgang, was tierisch SPass macht. Wenn man auf die Tarierung achtet (Halten der der Hoehe mittels Atmung und Luftmenge in der Weste), braucht man eigentlich gar nichts mehr machen, ausser sich treiben lassen und zu gucken. Irgendwann kam dann doch noch der Oeko in mir durch und ich hab angefangen Muell unter Wasser einzusammeln. Schon fies was hier so in den Meeren schwimmt.

Erster Tauchplatz

Nachher treff ich mich dann mit Risha am Busterminal und wir fahren nach Malang auf Java. Von dort ist es dann nur noch ein Katzensprung bis zum P-WEC, unserer Arbeitsstaette fuer die naechsten drei Monate. Ich meld mich dann in ein paar Tagen wieder von dort.

Kniet nieder vor der Riesenlanguste!!!

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