So, man mag es kaum glauben, aber das erste Schild steht tatsaechlich. Wir haben es vor drei Tagen eingegraben und warten nun darauf, dass der Zement trocknet. War eine ziemlich lustige Aktion, da der Dorfchef selbst mit angepackt hat und natuerlich wieder 5 Leute mit dabei waren, deren Job es war, dabeizustehen und gute Ratschlaege zu geben … also genau der richtige Job fuer mich.

Schilder schleppen mit Aan (ja, man spricht beide A's und der heisst wirklich so)
Scherz beiseite, da wir so viele waren hat’s dann auch nicht lange gedauert und nach einer Stunde stand das Ding. Jetzt wird die Zukunft zeigen, ob sich die Jaeger davon beeindrucken lassen. Ausserdem wollen die anderen zwei Schilder ja auch noch aufgestellt werden.

Betonfuss bauen mit dem Dorfchef
Die letzten zwei Tage haben wir dann mit einem Ausflug mit Janet und Ari verbracht, zwei Voluntaeren, die den letzten Monat ueber in P-WEC waren und nun wieder abreisen. Hannah, eine Freundin von Risha aus HH, war auch dabei. Ziel war der Gunung Bromo, ein Vulkan auf Ostjava. Die fahrt dorthin war erstmal ziemlich nervig, da wir fast 8 Stunden unterwegs waren, dabei mehrmals das Transportmittel gewechselt haben und erst nach Einbruch der Dunkelheit ankamen.

Janet und Ari. Auch wenn die Gesichter es vermuten lassen: Ari hat nicht gepupst. Es stank einfach grad nur im Bus.
Dafuer haben wir dann vor Ort ein nettes “Homestay” gefunden (quasi eine Pension), wo es wesentlich billiger (und sauberer) als im Hotel nebenan war. Nach einer recht kurzen Nacht ging’s dann um 4 Uhr morgens mit dem Jeep zum Ausguck und das war dann erstmal gar nicht mal so gut. Im Tal lag naemlich der Nebel in dicken Schwaden, so dass man vom Bromo nur die Rauchwolke sehen konnte (es ist ein aktiver Vulkan). Auf dem Weg runter hatten wir dann aber ploetzlich eine super Sicht:

Gunung Bromo (links mit der Rauchsaelue) und Gunung Batok (rechts daneben). Im Hintergrund sieht man noch Gunung Semeru (auch mit Rauchsaeule).
Also ging’s als naechstes an den Aufstieg zum Bromo. Zusammen mit einem ganzen Haufen Touristen (der Bromo ist eines der Haupttouristenziele auf Java) liefen wir erstmal zum Fuss des Vulkans, um dann 254 Stufen zur Spitze raufzuklettern. Ari und ich waren durch das viele Rumsitzen der letzten Wochen ein wenig unausgelastet und sind die Stufen daher hochgejoggt. Dafuer ging mir dann oben aber auch erstmal ordentlich die Pumpe bevor ich die fantastische Aussicht und den Blick in den Krater geniessen konnte.

Blick in den Bromokrater von der touristenfreien Rueckseite. Im Hintergrund sieht man Gunung Batok.
Da wir aber immer noch reichlich Energie hatten ging’s dann weiter um den Kraterrand herum und bis zum Gipfel. Die Maedels waren allerdings nicht so motiviert wie wir und blieben daher zurueck. Mit ihnen auch die ganzen Touristen, was sehr angenehm war. Dafuer haben sie dann auch leider das kleine abgeschlossene Tal hinter dem Bromo verpasst. Das war wirklich phaenomenal und hat mir mal wieder eindrucksvoll klargemacht, was am Reisen so toll ist. Es herrschte eine malerische Stille – nur unterbrochen von den Gesaengen einiger Voegel – und man kam sich fast vor wie in einem von der Zeit vergessenen Tal. Es fehlten bloss noch die Dinosaurier. Am Anfang des Tals hatten sich die wenigen Menschen, die bis hierher vorgedrungen waren mit Buchstaben aus Vulkangestein verewigt, was ich dann auch gleich mal tat:

Wer's nicht lesen kann: Ein Klick auf's Bild sorgt fuer hoehere Aufloesung.
Danach ging’s wieder rauf auf den Bromo und weiter auf dem Kraterrand bis zum Gipfel. Dort konnten wir uns dann erstmal ueber unseren ersten bezwungenen Berg in Indonesien freuen. Auch wenn er mit 2329 Metern eher ein Winzling ist. Da wir dann im Hintergrund erkennen konnten, wie die ersten Regenwolken ins Tal schwappten musste es dann ploetzlich etwas schneller gehen und wir kehrten zur Treppe zurueck, wo Janet schon auf uns wartete. Danach noch 7 Stunden Rueckfahrt und Malang konnte sich wieder ueber unsere Gegenwart freuen.

An der Gipfelsaeule. Kreuze sind hier offensichtlich nicht so beliebt...
Die naechsten Tage werd ich warscheinlich nochmal an einen anderen Ort zum Trekken fahren. Aber erstmal das Wetter abwarten, grad regnet es naemlich recht viel. Bis bald also.
P.S.: Kaum zu glauben, in einem Monat bin ich schon wieder in der Kaelte Deutschlands…
P.P.S.: Wer nicht zum Castortransport ins Wendland faehrt ist DOOF!